Bienen auf der Gartenschau
Spätestens seit dem Volksbegehren Artenschutz sind sie zum Symbol für Artenvielfalt und schützenswerte Natur geworden: die Bienen. Auch auf der Gartenschau gilt den Bienen besonderes Augenmerk in Form verschiedener Ausstellungsbeiträge und Veranstaltungen, die übrigens größtenteils schon lange vor dem Volksbegehren geplant waren.
Ausstellungsbeiträge
Vorstellung bienenfreundlicher Pflanzen für Balkon, Terrasse und Garten Mit dem Prädikat „blühintensiv und stresstolerant“ haben die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim und die Bayerischen Zierpflanzenbauberater zehn neue Pflanzensorten für Balkon, Terrasse und Garten prämiert. Diese sind besonders attraktiv für Insekten und damit auch Bienen – ein Kriterium, das von immer mehr Freizeitgärtnern bei der Pflanzenauswahl beachtet wird. Auf der Gartenschau werden diese Pflanzen vorgestellt.
Bayerns beste Blütenpracht: insektenfreundlicher Ziersalbei ist die „Pflanze des Jahres“
Alljährlich küren Bayerns Gärtnerinnen und Gärtner eine besondere Pflanzensorte zu ihrer „Bayerischen Pflanze des Jahres“. In diesem Jahr hat sie ein neuer Ziersalbei überzeugt, der besonders früh und leuchtend blüht und damit Menschen und Bienen Freude bereitet. Der „Freche Michel“ bleibt kompakter als seine bisher erhältlichen größeren Schwestersorten und überrascht mit verschiedenen Blühfarben, da er je nach Lichteinfall und Jahreszeit mal mehr tiefblau, mal mehr dunkelviolett leuchtet. Vor allem jedoch bietet er Bienen und anderen Insekten eine willkommene Anlaufstelle – und das zu einer Zeit, zu der manch andere Sommerblume erst allmählich mit ihrer Blüte beginnt.
Depot Immenhof im Klingenweiherpark
Der Imkerverein Wassertrüdingen zeigt im Depot Immenhof praktische Imkerei. Erfahrene Imker des Imkervereins Wassertrüdingen bzw. ihre Kollegen aus anderen Imkervereinen geben ihr Wissen rund um dieses so schöne wie anspruchsvolle Hobby weiter und stehen für alle Fragen zur Verfügung – egal ob es um den Nutzen der Bienen für Mensch und Natur geht, um die Gewinnung von Honig oder um Bienen und ihre speziellen Aufgaben.
Die Schulimkerei der Betty-Staedtler-Mittelschule Wassertrüdungen
Neben anderen Beiträgen zur Gartenschau zeigt die Betty-Staedtler-Mittelschule Wassertrüdingen den Beitrag „SmartBees by Betties: Das digitalisierte Bienenhaus“. Die Schulimkerei, die es seit 2011 gibt und die mehrere Bienenvölker umfasst, ist ein Kooperationsprojekt der Mittelschule mit ansässigen Betrieben. Dahinter steht der Wunsch, selbst einen Beitrag zum Erhalt der bedrohten Bienen zu leisten. Ziel ist es auch, ökologische Zusammenhänge zu beobachten und zu verstehen. Die Schüler der Schulimkerei tragen Sorge für die Pflege der Bienen, die Instandhaltung der Bienenkästen sowie die Verarbeitung und den Vertrieb der Produkte. 2015 entstand die Idee, Natur und Technik in einem „digitalisierten Bienenhaus“ zu vereinen, das viele Zusammenhänge sichtbar macht: Mit Hilfe selbstentwickelter Sensorik wurden Gewicht, Temperatur und Feuchtigkeit aller Völker erfasst. Am Bienenhaus besteht die Möglichkeit, diese Daten anzuzeigen. Informationstafeln veranschaulichen die Entstehung und Durchführung des Projekts.
Blühpakt Bayern – gemeinsam für den Schutz unserer Insekten
Die Zahl der Insekten bzw. der Arten geht massiv zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Ursache jedoch immer die gleiche: Der Mensch, der zu viel Fläche verbraucht, trägt eine große Mitverantwortung. Im Blühpakt Bayern ergreifen deshalb Kommunen, die Wirtschaft, die Landwirtschaft sowie weitere gesellschaftliche Akteure gemeinsam mit dem Bayerischen Umweltministerium konkrete Gegenmaßnahmen. Auf der Gartenschau stellt der Blühpakt Bayern sein Programm vor. Mit symbolischen Pusteblumen möchte er zudem den Insektenschutzgedanken verbreiten und jeden dazu anregen, seinen persönlichen Beitrag zu leisten. Beispiele zum Nachmachen wie Natursteinmauer, Sandarium, Steinpyramiden, Totholz oder Insektenhotels mit Erklärtafeln geben Tipps zum Artenschutz im eigenen Garten.
Flederauge und Pfauenmaus: der Natur auf der Spur
An mehreren Stationen und ausgewiesenen Orten auf dem Gelände der Gartenschau gibt es viel über die verschiedenartigen und überraschenden Lebenswelten der Tiere und Pflanzen zu entdecken. Anhand von Strukturen, die im Park bereits vorhanden waren und bewusst erhalten wurden, sowie anhand speziell errichteter Stationen werden diese Lebensräume erfahr- und erlebbar. Im Zuge der Gartenschau wurden auch Flächen geschaffen, die als Lebensräume wertvoll sind, obwohl sie vielleicht auf den ersten Blick nicht danach aussehen. So ist die so genannte Sukzessionsfläche aus Kalkschotter auf dem Hügel der ehemaligen Deponie wohl zunächst ein ungewohnter und karger Anblick; sie bietet jedoch wertvollen Lebensraum.
Grüne Vielfalt säen – eigenes Glück ernten
Sei es regionales Essen, Schafwolle oder vergessene Gurkensorten – hier machen neben den unterschiedlichen Wochenthemen rund um Haus und Garten auch die „Urban Gardening“-Flächen oder das Wasserbeet neugierig. Dabei kommt der Aspekt „Bienenfreundlichkeit“ nicht zu kurz. Im mittleren Teil des Klingenweiherparks, wo dieser Ausstellungsbeitrag zu finden ist, gibt es zudem Stauden, die bewusst als Bienenweide dienen, zu entdecken und jede Menge Informationen, wie man diese bunten Blühflächen zu Hause anlegen kann.
Gesundes und Schönes aus mittelfränkischen Gärten
Für die Gartenschau Wassertrüdingen haben die Obst- und Gartenbauvereine am Rand eines vorhandenen alten Streuobstbestands einen Garten mit viel Obst und Gemüse angelegt, in dem auch Blüh- und Bienenpflanzen eine wichtige Rolle spielen. Die Streuobstwiese mit überwiegend alten Apfelsorten wird seit vielen Jahren vom örtlichen Gartenbauverein bewirtschaftet. Jeder Apfelbaum ist in kostbares Naturjuwel, über den es viel zu erzählen gibt. Viele ehrenamtliche Helfer stehen den Besucherinnen und Besuchern hier an den 108 Tagen der Gartenschau für alle Fragen rund ums Gärtnern zur Verfügung.
Ackerschätze – aus Liebe zur Heimat
Das „Team Ackerschätze“ sind Bäuerinnen und Bauern aus der Hesselbergregion. Sie verstehen ihren Beruf als Berufung und Auftrag und engagieren sich deshalb ehrenamtlich mit einem Ausstellungsbeitrag bei der Gartenschau der Heimatschätze. Ihr Anliegen ist es, die Landwirtschaft erlebbar zu machen, indem sie in authentischer Umgebung an Beispielen den Weg der Feldfrüchte vom Acker auf den Esstisch aufzeigen. Dabei kommen auch Aspekte wie biologische Vielfalt, nachhaltige Wirtschaftsweise und damit auch der Schutz von Insekten und Bienen als wichtige Bestäuber nicht zu kurz. So wird zum Beispiel gezeigt, wie man Blühstreifenmischung selbst herstellen kann.
Veranstaltungen für Schulklassen im Rahmen von „Schule im Grünen“
Im Freien mit Spaß etwas über die Natur lernen – das ermöglicht das Programm „Schule im Grünen“ für Schulklassen, Kindergärten sowie Jugend- und Fördergruppen. Zahlreiche Veranstalter und Aussteller bringen Teilnehmerinnen und Teilnehmern vom Kindergartenalter bis zur Oberstufe verschiedene Themenbereiche aus Natur und Umwelt näher und geben spannende Einblicke in Landwirtschaft, Ernährung und Technik. Ziel ist es, die jungen Menschen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu sensibilisieren. „Schule im Grünen“ umfasst auch einige Angebote rund um Bienen bzw. Insekten. Das gesamte Programm, Anmeldebedingungen sind in der Broschüre „Schule im Grünen“ oder unter https://www.wassertruedingen2019.de/de/veranstaltungen/schule-im-gruenen/ zu finden.